IT-Projekte und Projektphasen
Informations- und Telekommunikationsprojekte im
Fachjargon auch kurz IT-Projekte (IT = Information Technology) genannt, umfassen
nach Hermes 2003 die folgenden
Phasen:
Bei kleineren Projekten kann die Phase Voranalyse übersprungen werden.
Die Phase Initialisierung verbindet die übergeordnete Planungsebene
mit der operativen Ausführungsebene und schafft für das Projekt eine definierte
Ausgangsbasis.
Sie umfasst die folgenden Schwerpunkte:
- Festlegung eines klar definierten organisatorischen und technischen Rahmens
als Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektabwicklung
- Planung, Vernehmlassung und Beurteilung des Projekts
- Freigabe der nächsten Projektphase
Sie liefert die folgenden Ergebnisse:
- Projektantrag mit Ausgangslage,
Ziele, Mittelbedarf, Planung und Organisation, Wirtschaftlichkeit, Konsequenzen
und Antrag.
- Projekthandbuch mit Projektbeschreibung,
projektspezifisches Vorgehensmodell, Entscheidungspunkte und auszuliefernde
Ergebnisse, Methoden und Tools, Standards und Richtlinien, Anhang mit ergänzenden
Projektvereinbarungen
- Projektplan mit Projektorganisation,
Projektablauf, Aufwands- und Terminplan, Einsatzmittelplan, Risikobetrachtungen
Die Phase Voranalyse ist ein Klärungsprozess, der mit vertretbarem
Aufwand eine Entscheidung über die grundsätzliche Art der Systemrealiserung
herbeiführt. Unwirtschaftliche oder nicht realisierbare Vorhaben sollen in
der Phase Voranalyse erkannt und rechtzeitig abgebrochen werden.
Sie umfasst die folgenden Schwerpunkte:
- Erstellung und Beurteilung der Situationsanalyse sowie Überprüfung der
Zielsetzungen, der Problemstellung und des Untersuchungsbereichs
- Erarbeiten von Lösungsvorschlägen und Abschätzung ihrer voraussichtlichen
Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit
- Auswahl eines Lösungsvorschlages und Freigabe der Phase Konzept oder
Abbruch des Projektes.
Sie liefert Ergebnisse in den Bereichen Projektmanagement, Systementwicklung,
Qualitätssicherung und Konfigurationsmanagement.
Ergebnisse im Bereich Projektmanagement:
- Bericht Voranalyse als Verfeinerung des Projektantrages der
Initialisierungsphase
- Projekthandbuch als Verfeinerung des Projekthandbuchs der
Initialisierungsphase
- Projektplan als Verfeinerung des Projektplans der
Initialisierungsphase
- Wirtschaftlichkeit in
Form einer Gegenüberstellung der Kosten einerseits und der quantitativen
und qualitativen Bewertung des Nutzens andererseits.
Ergebnisse im Bereich Systementwicklung:
- Lösungsvorschläge welche den ausgewählten Lösungsvorschlag
und die Begründung der Wahl ausführlich beschreiben. Die Alternativen nur
soweit, wie es für die Entscheidungsfindung notwendig ist.
- Marktanalyse welche die potentiellen Offertsteller und
deren Produkte und Dienstleistungen identifiziert. Sie unterstützt die Absicht,
in der Lösung Fertigprodukte einzubeziehen.
- Situationsanalyse welche die gegenwärtige Situation und
die zukünftigen Entwicklungen im Untersuchungsbereich des Systems umfasst.
- Systemanforderungen welche die Anforderungen an das zukünftige
System beschreiben und strukturieren.
- Systemziele welche als Vorgaben festlegen, was mit der
gesuchten Lösung erreicht oder vermieden werden soll.
Ergebnisse im Bereich Qualitätssicherung:
- Qualitätssicherungsplan welcher
die für das Projekt gültigen generellen Festlegungen zur Erreichung und zum
Nachweis der geforderten oder der notwendigen Qualität enthält. Er kann bei
kleineren Projekten im Projektplan enthalten sein.
Ergebnisse im Bereich Konfigurationsmanagement:
- KM-Plan welcher alle organisatorischen
und technischen Details des Konfigurationsmanagement festlegt. Er kann bei
kleineren Projekten im Projektplan enthalten sein.
Die Konzeptphase dient zur Verfeinerung des gewählten Lösungsvorschlags
und ermöglicht eine fundierte Beurteilung des Systems. Das erarbeitete Konzept
legt den Rahmen für die nachfolgenden Realisierung und Einführung fest.
Sie umfasst die folgenden Schwerpunkte:
- Vollständige Darstellung des Systems, ausgehend vom gewählten Lösungsvorschlag
- Beurteilung kritischer Teilsysteme
- Evaluation von Fertigprodukten und Integration der gewählten Fertigprodukte
in das Konzept
- Entscheid über mögliche Konzeptvarianten und über das Konzept als Gesamtes
aus technischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Sicht
- Freigabe der Phase Realisierung oder Abbruch des Projekts
Sie liefert Ergebnisse in den Bereichen Projektmanagement, Systementwicklung,
Qualitätssicherung und Konfigurationsmanagement.
Die Ergebnisse im Bereich Projektmanagement umfassen den Bericht Konzept,
welcher eine weitere Verfeinerung des Projektantrages darstellt,
sowie die Weiterführung des Projekthandbuchs, Projektplans und
der Wirtschaftlichkeit.
Die Ergebnisse im Bereich Systementwicklung umfassen:
- Detailstudie zur Untersuchung einzelner kritischer Subsysteme
oder Systemaspekte um Detailkonzepte zu erarbeiten und Teilprobleme abzuklären.
- Einführungskonzept welches die organisatorische und technische
Machbarkeit der Migration und Einführung sichert
- Fertigprodukte als wesentliche
Systemkomponenten, die einen nachhaltigen und problembezogenen Einfluss auf
die Systemgestaltung haben.
- Fertigproduktevaluation zur Dokumentation der Evaluation
von Fertigprodukten und zur Vorbereitung ihrer Beschaffung
- Prototyp zur Untersuchung kritischer Teilsysteme
- Sachmittelbedarf als Zusammenstellung der benötigten Sachmittel
- Sachmittelevaluation zur Dokumentation der Evaluation
von Sachmitteln und zur Vorbereitung ihrer Beschaffung
- Systemanforderungen welche
die Anforderungen an das zukünftige System beschreiben und strukturieren
- Systemarchitektur welche
das System in Subsysteme und Konfigurationseinheiten gliedert mit den zugehörigen
Schnittstellen
- Systemintegrationsplan mit
den Vorschriften für den Zusammenbau des Systems aus technischer Sicht in Übereinstimmung
mit dem Prüfplan.
Die Qualitätssicherung und das Konfigurationsmanagement umfassen die Verfeinerung
der bestehenden QS- und KM-Pläne
Die Realisierungsphase dient zur Erstellung des einführbereiten Systems einschliesslich
Migrationsverfahren und schafft die Voraussetzungen für die nachfolgende Einführung
Sie umfasst die folgenden Schwerpunkte:
- Ausarbeitung abschliessender Spezifikationen innerhalb des vom Konzept
festgelegten Rahmens
- Entscheidung über das Migrationsdesign und Erarbeitung des Migrationsverfahrens
- Erstellung des einführbereiten Systems auf der Grundlage der Systemanforderungen
- Vorbereitung der Einführung
Sie liefert Ergebnisse in den Bereichen Projektmanagement, Systementwicklung,
Qualitätssicherung und Konfigurationsmanagement.
Die Ergebnisse im Bereich Projektmanagement umfassen die Weiterführung von Projekthandbuch und Projektplan.
Die Ergebnisse im Bereich Systementwicklung umfassen:
- Anwenderhandbuch welches alle Informationen liefert, welche
der Benutzer eines Systems benötigt
- Ausbildungskonzept welches alle Anforderungen an die Ausbildung
beschreibt, sowie alle Massnahmen und Mittel um die Anwender und Betreiber
auszubilden
- Betriebshandbuch welches
alle Informationen liefert, welche der Betreiber eines Systems benötigt
- Migrationsdesign welcher die technischen und organisatorischen
Anforderungen an das Migrationsverfahren für den Übergang vom IST- zum SOLL-System
definiert.
- Migrationsverfahren welches die Voraussetzungen für den Übergang
vom IST- zum SOLL-System schafft
- Organisationshandbuch welches
die Integration des Systems in die Organisation des Anwenders beschreibt
sowie die organisatorischen Schnittstellen zur Umgebung
- Prototyp zur Untersuchung kritischer Teilsysteme
- Sachmittel als verbreitet eingesetzte und lösungsneutrale
Systembausteine, ohne wesentlichen fachlichen Einfluss auf die Systemgestaltung
- Verfeinerung der Systemanforderungen aus
der Konzeptphase
- Systemdesign als Verfeinerung der Systemarchitektur einschliesslich
der dokumentierten Fertigprodukte
- Verfeinerung des Systemintegrationsplans aus
der Konzeptphase
- Telematiksystem - das fertiggestellt und geprüfte System
als einsatzreifes, technisches Produkt
Die Ergebnisse im Bereich Qualitätssicherung umfassen nebst der Verfeinerung
des QS-Plans die Prüfprotokolle mit
den Aufzeichnungen über den Verlauf der Prüfung.:
Die Ergebnisse im Bereich Konfigurationsmanagement umfassen nebst der Verfeinerung
des KM-Plans die Konfigurationsidentifikation welche
eine durch das Konfigurationsmanagement erfasste Konfiguration beschreibt.
Die Phase Einführung dient zur Installation des Systems und zur Aufnahme
des Betriebs. Sie gewährleistet einen sicheren Übergang vom bestehenden System
zum in Betrieb stehenden neuen System.
Sie umfasst die folgenden Schwerpunkte:
- Installation des Systems und Vorbereitung der Migration
- Durchführung der Migration und Aufnahme des Betriebs einschliesslich Ausbildung
und Anfangsunterstützung des Fachbereichs bei der Nutzung des Systems
- Identifikation der Mängel und Durchführung der kurzfristig notwendigen Änderungen
- Abnahme des in Betrieb stehenden Systems
- Erstellen der Projektschlussbeurteilung
- Entscheid über den Projektabschluss
Die Ergebnisse im Bereich Projektmanagement umfassen nebst der Weiterführung
des Projekthandbuchs und Projektplans den Bericht
Projektschlussbeurteilung als SOLL/IST-Vergleich der sachlichen, terminlichen
und finanziellen Projekt- und Vorgehensziele.
Die Ergebnisse im Bereich Systementwicklung umfassen:
- die Ausbildung der Anwender und Betreiber
- die Verfeinerung des Betriebs- und Organisationshandbuchs
- das fertiggestellte und in Betrieb stehende Telematiksystem
Die Qualitätssicherung und das Konfigurationsmanagement umfassen die Verfeinerung
der bestehenden Ergebnisse
(vergl. auch NetConsult als IT-Projektleiter für weitere
Informationen)

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